Juli 2016 – …und wieder mal Krankenhaus!

kh_heEnde Juli wollte ich zum SoWi-Langseminar nach Wremen, nördlich von Bremerhaven fahren. Ich habe mich dolle auf das Seminar und auf das Wiedersehen von Bekannten (fast allesamt Mitstreiter) gefreut.

Und wie es bei mir immer so ist: Freue ich mich auf etwas, geht es in die Hose. Ich habe mir letzten Montag (25.07.2016) bei einem Sturz zuhause das Bein gebrochen, genauer gesagt den rechten Oberschenkelhalsknochen!

Ich wollte bei uns zuhause die Kellertreppe hoch gehen und habe auf der zweiten Stufe das Gleichgewicht verloren, bin nach hinten gefallen, habe mich zwar festgehalten  aber durch den Schwung aus der Drehung wäre ich mit voller Wucht mit dem Kopf seitlich gegen die Stufen geschlagen. Instinktiv habe ich dann losgelassen und bin dann auf die rechte Seite meines Beckens aufgeschlagen. Aua, das tat richtig weh!

Ich merkte sofort das irgendwas nicht passte. Hinstellen konnte ich mich nicht mehr. Die Treppe kam ich also nicht mehr hoch. Im Keller gefangen! Dumm war auch das ich alleine Zuhause war. Toll, rufen konnte ich auch keinen und mein Telefon ist mir bei dem Sturz aus der Hosentasche gerutscht und weiter auf dem Teppich bis unter einen Flurschrank. Noch dümmer: Zwischen Schrankunterseite und Fußboden war genau so viel Platz das das iPhone 6s dazwischen rutschen konnte.

Oberschenkelhals

3 Titanschrauben 130×7,3 mm in meinem Oberschenkelhalsknochen

Ich hatte Glück das Telefon lugt noch ca. 3 mm unter dem Schrank hervor. Und wer das iPhone 6 kennt der weiß wie schön rund und geschmeidig die Kanten des Telefons sind. Optimal für die Hosentasche, hier eher suboptimal.
Und es kam wie es kommen mußte: Das Telefon rutschte noch tiefer unter den Schrank.

Erfreulicherweise hatten wir in dem Schrank unter anderem Büromaterialien gelagert. Ich nahm einen großen Briefumschlag und stocherte das Telefon unter dem Schrank hervor. Erst mal Schwiegervater anrufen, er hat ein Schlüssel fürs Haus. Mein Schwiegervater kam zusammen mit meinem Neffen. Auf mein Drängen hin riefen sie einen Krankenwagen.

Im Krankenhaus haben sie mich erst mal geröngt. Mein Verdacht hat sich bestätigt: Der Oberschenkhals ist gebrochen. Der Arzt erklärte mir das es zwei Möglichkeiten gibt, sofort operieren und den Hüftknochen retten oder einfach nur verheilen lassen und eventuell später mal ein künstliches Hüftgelenk bekommen. Ich habe mich für die erste Variante entschieden. Also sofort, jetzt, operieren.

Der Narkosearzt kam und sagt mir das man die von mir gewünschte Vollnarkose nicht durchführen kann. Ich habe zu spät Abendbrot gegessen. Also Peridualanästhesie, ähnlich wie die von mir gefürchtete Lumbalpunktion.
Die Narkose war easy zwei kurze Piekse und Druck im Lendenwirbelbereich und dann wurde mir ganz komisch unten rum. So ein Kribbeln, kaum beschreibbar. Anschließend haben sie mich in den OP-Raum rein gerollt. Der Anästhesist hat mir da ständig Kältespray aufs Bein gesprüht und mich immer gefragt ob ich das spüre. Ich habe es bejaht. Irgendwann hat der Narkosearzt gesagt das mit der OP begonnen werden kann.???!!!
Auf mein Veto hin sagte er nur: „Ja ja, ist schon in Ordnung“. Ich bat um ein Schlafmittel das ich von all dem nichts mitbekomme. Bekam ich auch und war auch sofort weg.
Aber nur für etwa eine viertel Stunde. Im Dämmerschlaf hörte ich dann Geräusche wie auf einer Baustelle. Akkuschrauber und Bohrmaschinen und an mir wurde herumgezogen. Irgendwann realisierte ich das ICH die Baustelle bin!!

Ich hob den Kopf und blickte in die freundlich, warmen Augen der Operateurin; „Oh, der Patient ist wach!“. Es wurde in Ruhe zu Ende operiert. Man verlegte mich  wieder ins Bett und schob mich dann in den Aufwachraum. Aufwachraum? Ich war doch schon wach! Gut meine Beine noch nicht so ganz. Irgendwann war alles wieder aufgetaut und dann ging es ab aufs Zimmer.

Die nächsten Tage waren geprägt von starken Schmerzen, Gehversuchen mit einem Gehbock (für Krücken ist es Aufgrund meiner MS und den Gleichgewichtsstörungen noch zu früh) und schlechtem Krankenhausessen. Aber das bin ich ja gewohnt.

Ich habe später von vielen Mitstreitern erfahren das Aufgrund des Wetters bei denen ohne Hilfsmittel gar nichts mehr ging. Das Wetter Ende Juli war geprägt von Wärme mit hoher Luftfeuchtigkeit. Also quasi mehr ein Antiwetter für uns MSler.


Bilquellennachweis: eigene Fotos


3 comments for “Juli 2016 – …und wieder mal Krankenhaus!

  1. Christiane Herzog-Akayan
    15. Januar 2017 at 8:29

    Lieber Woody!
    Habe eben Deinen Blog entdeckt, und Deine Geschichte mit dem Sturz mit Spannung gelesen! Denn genau so erging es mir 2014: Der Winter und das Frühjahr waren psychisch schrecklich für mich gewesen, … U.a. Auto kaputt, ein neues musste her …, absolut keine Lust drauf …. Aber ab April wurde es langsam besser: „Das große Rohkostbuch“ von Angelika Fischer und die Entdeckung der Kokosnuss haben mich doll motiviert! Endlich freute ich mich mal wieder!
    Und ich freute mich auch endlich riesig, als es hieß, dass unser neues Auto nun abholbereit war. … An einem Montag im Mai sollte es dann soweit sein, alles war geplant, die Schilder, die Bahnfahrt, die Tasche, …
    Aber dann: Den Freitag davor, ich wollte schon mal was zusammenpacken, griff ich, anstatt mich auf die Tischplatte zu stützen, daneben und knallte auf die harten Fliesen des Küchenbodens. … Schon beim Stürzen merkte ich, das geht nicht gut aus … Oh je, wie unendlich gemein war denn das?!?!?! Doch im Gegensatz zu Dir, konnte ich mein iPhone aber rasch angeln, und: ich hatte noch NICHTS gegessen … … … Krankenhaus, Reha, … sich mühsam wieder aufpäppeln, …
    Übrigens: Weihnachten 2014 bekam ich dann Terry Wahls geschenkt, und nun, Januar 2017, beginnt mein 3. Paleo-Jahr!

  2. Ines
    5. August 2016 at 15:04

    Hallo Holger,
    habe gerade bei Facebook gelesen, das Du im KH bist/warst !
    Man Du machst ja Sachen … ich wünsche Dir , von Herzen, gute Besserung !!!

    liebe Grüße aus Oldenburg
    Ines

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